ReifeFrauenTreffenJetzt

Drei Tage im Kreuzviertel

Bettina, 48 · Dortmund

Bettina arbeitet seit zwanzig Jahren als Krankenschwester auf der Inneren Station im Klinikum Dortmund, und Freitagnachmittage nach der Spätschicht fühlen sich für sie meistens wie eine Art Niemandsland an, zu müde für Pläne, zu aufgewühlt für Schlaf. An diesem Freitag ist es anders, weil sie am Morgen, zwischen zwei Patientenrunden, auf dem Handy eine Nachricht liest, die ihr eine Kollegin geschickt hat, mit einem Screenshot: „Der hier hat nach dir gefragt, ich hab ihm gesagt, du bist zu beschäftigt zum Warten." Ein Foto, ein Name, Uwe, und ein einziger Satz von ihm darunter: „Wenn du heute Feierabend hast, ich auch."

Bettina ist seit drei Jahren geschieden, seit ihr Mann, ebenfalls im Klinikum beschäftigt, für eine jüngere Assistenzärztin die gemeinsame Wohnung in Hörde verlassen hat, und seither bestehen ihre freien Abende fast ausschließlich aus Serien, Wäsche und der Ahnung, dass außer Schichtplänen nicht mehr viel übrig ist. Ihre Kollegin, die den Kontakt hergestellt hat, kennt genau diese Leere und hat lange darauf gewartet, endlich etwas dagegen zu unternehmen. „Du kannst nicht dein ganzes Leben zwischen Frühdienst und Spätdienst begraben", sagt sie jeden Freitag aufs Neue, und diesmal, zum ersten Mal, hört Bettina wirklich zu.

Sie antwortet ihm direkt von der Stationsküche aus, zwischen zwei Schlucken kaltem Kaffee, ohne die übliche Bedenkzeit, die sie sich seit ihrer Trennung selbst verordnet hat. Um neunzehn Uhr, wenn ihre Schicht endet, will sie nicht nach Hause fahren und allein vor dem Fernseher einschlafen. Uwe schlägt ein Bier im Kreuzviertel vor, in einer der kleinen Kneipen zwischen den Altbauten, in denen er wohnt, keine fünfzehn Minuten von der Klinik entfernt.

Sie zieht sich in der Personalumkleide um, tauscht den Kittel gegen ein Kleid, das sie extra für solche Momente im Spind aufbewahrt, und fährt mit der Straßenbahn direkt ins Kreuzviertel. Uwe wartet vor der Kneipe, ein Mann mit Baugerüst-Händen und einem Lachen, das sofort etwas in ihr löst, das die letzten Jahre zugeschnürt hatten. Sie reden über seine Arbeit als Elektriker, über ihre Schichten, über das Gefühl, dass man mit fast fünfzig nicht mehr weiß, wie man mit jemandem einfach nur reden soll, ohne gleich eine Bilanz zu ziehen. Er trägt noch die Arbeitsjacke seiner Firma, mit Farbspritzern am Ärmel, und entschuldigt sich dafür, er habe keine Zeit gehabt, sich umzuziehen, und Bettina sagt, dass sie selbst direkt aus dem Dienst kommt, das Namensschild noch am Kittel, den sie im Rucksack trägt, als wollte sie beweisen, dass keiner von beiden sich für den anderen verstellt hat.

Eine Kollegin ruft während des zweiten Bieres noch einmal an, wegen einer Nachfrage zur nächsten Schicht, und Bettina lässt es klingeln, zum ersten Mal seit Jahren, ohne das Gefühl, etwas falsch zu machen. Uwe bemerkt es, sagt nichts, bestellt nur zwei neue Gläser. Draußen vor der Kneipe zieht ein Nachbarschaftsfest seine letzten Runden, jemand spielt Akkordeon, schlecht, aber mit Hingabe, und Bettina merkt, wie lange sie schon nicht mehr in ihrem eigenen Stadtteil abends unterwegs war, obwohl sie fast ihr ganzes Leben hier verbracht hat.

Sie bleibt über Nacht, zum ersten Mal seit ihrer Scheidung bei einem Mann, den sie erst seit ein paar Stunden wirklich kennt, und was in seiner Wohnung über dem Kreuzviertel geschieht, mit dem Fenster halb offen und dem Lärm der Straße als einzige Begleitung, bleibt zwischen den beiden. Am Samstagmorgen wacht sie auf, ohne Dienst, ohne Wecker, zum ersten Mal seit Wochen, und Uwe schlägt vor, dass sie den Tag gemeinsam verbringen, ohne Plan, einfach schauen, wohin sie die Lust trägt.

Willst du so etwas selbst erleben, und zwar bald?

Die Frauen aus diesen Geschichten haben nicht lange gefackelt. Registrier dich anonym, gib deine Stadt ein und schreib die erste Nachricht, am besten gleich jetzt.

Jetzt reife Frauen treffen

Sie laufen durch den Westfalenpark, steigen auf den Florianturm, von dem aus man die ganze Stadt sieht, das Signal-Iduna-Stadion in der Ferne, die Rauchfahnen der letzten Industrieanlagen, die Dächer des Kreuzviertels, aus dem sie gerade kommen. Uwe erzählt von seiner eigenen Trennung, vor drei Jahren, und wie er seither jedes Wochenende allein verbracht hat, aus Angst, wieder etwas zu beginnen, das enttäuschen könnte. Bettina erkennt sich in ihm, in dieser Vorsicht, die man sich selbst auferlegt, um nicht wieder verletzt zu werden. Unten, am Fuß des Turms, verkauft ein Eiswagen die letzten Kugeln der Saison, und Uwe besteht darauf, ihr eine zu kaufen, Stracciatella, weil er sich, wie er sagt, an ihrem Lachen im Kreuzviertel erinnert hat, als sie über seinen schlechten Witz gelacht hat, und er wollte sehen, ob es genauso klingt, wenn sie Eis isst wie ein Kind. Sie erzählt ihm von ihrer eigenen Angst, davon, wie sie nach der Scheidung monatelang gedacht hat, dass niemand mehr eine Frau mit fast fünfzig und Schichtdienst wollen würde, und wie falsch sich das jetzt anfühlt, hier oben, mit dem Wind, der ihr die Haare ins Gesicht weht.

Am Nachmittag essen sie am Rand des Parks, in einem kleinen Café mit Blick auf den Rosengarten, und sie merkt, wie ungewohnt es ist, einfach nur zu sitzen, ohne auf einen Piepton am Gürtel zu warten, ohne die nächste Visite im Kopf zu haben. Sie erlaubt sich, seine Hand zu halten, mitten am Nachmittag, in aller Öffentlichkeit, was sie seit Jahren nicht mehr getan hat. Ein älteres Paar am Nebentisch lächelt ihnen zu, ohne ein Wort, und Bettina lächelt zurück, zum ersten Mal seit langer Zeit ohne die übliche Scham.

Sonntagmorgen bleiben sie länger im Bett, als beide es sich eingestehen wollen, und Uwe macht Kaffee in seiner kleinen Küche, während Bettina auf dem Fensterbrett sitzt und in den Hinterhof blickt, wo ein Nachbar gerade sein Fahrrad putzt. Sie reden nicht darüber, was das hier jetzt bedeutet, keine großen Worte, keine Zukunftspläne, nur die Frage, ob sie sich nächste Woche wiedersehen, wenn ihre Dienste es zulassen. Uwe holt seinen Dienstplan als Elektriker heraus, vergleicht ihn mit dem, was Bettina ihm von ihrer Schicht erzählt hat, und die beiden lachen darüber, wie kompliziert es plötzlich geworden ist, einen gemeinsamen freien Abend zu finden, obwohl sie bis vor zwei Tagen noch nicht einmal wussten, dass der andere existiert.

Sie packen die letzten Sachen zusammen, das leere Eisbecherpapier, die Sonnencreme, die keiner von beiden gebraucht hat, weil die Sonne hinter Wolken verschwunden ist, und Uwe fragt beim Zusammenräumen, fast beiläufig, ob sie beim nächsten Mal auch mal zu ihr kommen dürfen, in ihre eigene Wohnung im Klinikviertel, statt immer nur bei ihm. Sie sagt ja, ohne lange zu überlegen, und denkt dabei, dass sie ihre Wohnung seit der Scheidung kaum noch für jemand anderen als sich selbst aufgeräumt hat.

Am späten Nachmittag bringt er sie zur Straßenbahn zurück, und sie steht auf dem Bahnsteig, wartend, während er ihr noch einmal winkt, bevor er im Kreuzviertel verschwindet. Sie merkt, wie leicht ihr das Wochenende vorkommt, im Vergleich zu den Monaten davor, in denen jedes freie Wochenende nur aus Wäsche waschen und frühem Schlafen bestand.

Am Montag, zurück auf der Station, zwischen Blutdruckmessungen und Medikamentenplänen, denkt sie immer wieder an den Blick vom Florianturm, an die Hand, die sie mitten am Nachmittag gehalten hat, und an die Nachricht, die sie ihm schreibt, kaum dass die erste Pause beginnt: „Nächstes Wochenende wieder?" Seine Antwort kommt, bevor sie die Teetasse überhaupt abgesetzt hat, und sie lächelt, allein im Schwesternzimmer, zum ersten Mal seit Jahren ohne schlechtes Gewissen dabei, als hätte die Stadt ihr selbst dieses Wochenende geschenkt, nur eine Straßenbahnfahrt von ihrer eigenen Wohnung entfernt. Ihre Kollegin schaut vom Nachbarbett des Zimmers 4 zu ihr herüber, sieht das Lächeln, und fragt nur: „Und?" Bettina antwortet nicht sofort, dreht sich zur Medikamentenschublade, und sagt dann, mehr zu sich selbst als zu der Kollegin: „Und ich glaube, ich hab vergessen, wie gut ein ganz normales Wochenende sein kann, wenn man es nicht allein verbringt."

Frauen in deiner Nähe, die gerade spontan suchen Dortmund

Weitere Geschichten

In der Nähe von dir

Montag eine Nachricht, Mittwoch ein kalter Kaffee, Freitag ein Feierabend an der Elbe. Sabine, 49, lässt sich in Hamburg auf einen Mann ein, der nur zwei Straßen entfernt wohnt.

Sabine, 49 · Hamburg

Spontan an einem Dienstag

Eine Nachricht mitten zwischen zwei Telefonkonferenzen, ein Apfelwein in Sachsenhausen um Viertel nach sechs: Nina, 47, wagt in Frankfurt am Main ein spontanes Date direkt nach Feierabend im Bankenviertel.

Nina, 47 · Frankfurt am Main

Barfuß am Maschsee

Nach der letzten Verhandlung des Tages trifft Bettina, achtundvierzig, am Maschsee einen Mann, der dreizehn Jahre jünger ist als sie – und stellt fest, dass manche Dinge man nicht zu Ende verhandeln muss, bevor man sie zulässt.

Bettina, 48 · Hannover

Willst du so etwas selbst erleben, und zwar bald?

Die Frauen aus diesen Geschichten haben nicht lange gefackelt. Registrier dich anonym, gib deine Stadt ein und schreib die erste Nachricht, am besten gleich jetzt.

Jetzt reife Frauen treffen
Anonym anmelden
Jetzt spontan Frauen treffen

Bist du mindestens 18 Jahre alt?

Diese Seite richtet sich ausschließlich an volljährige Besucher und zeigt Inhalte für Erwachsene. Indem du fortfährst, bestätigst du, dass du das gesetzliche Mindestalter erreicht hast und Beschreibungen spontaner Treffen zwischen Erwachsenen für dich in Ordnung sind.